handtherapie

Handeln kann nur,
wer gesunde hände hat

Einschränkungen an den Händen können zu schwerwiegenden Folgen in allen Lebensbereichen führen – sind unsere Hände doch unser wichtigstes Werkzeug.

Seit über 15 Jahren bin ich auf Handtherapie spezialisiert und arbeite in einem engen Austausch mit Handchirurgen und Ärzten von Tutzing bis München und Murnau, um so das bestmögliche Ergebnis für Sie zu erzielen.

In der Praxis für Ergotherapie Parzl in Tutzing sind Sie in den besten Händen!

Methoden in der HANDTHERAPIE

typische krankheitsbilder

A

Arthrose

Arthrose ist eine chronische (langanhaltende), degenerative Gelenkerkrankung. Es kommt zu einer fortschreitenden Schädigung des Gelenkknorpels und später auch des Knochens. Verletzungen, Sportarten und falsche Bewegungsabläufe mit Fehl- und
Überbelastungen führen dazu, dass immer mehr jüngere Menschen erkranken.
Je früher und konsequenter man mit einer Therapie beginnt, desto besser kann man
den Verlauf der Krankheit aufhalten.

Schwerpunkte der handtherapeutischen Behandlung sind:

  • Gelenkschutz,
  • Selbsthilfetraining (ADL),
  • Verbesserung der Beweglichkeit,
  • Schienenbehandlung,
  • Funktionstraining,
  • Physische Maßnahmen,
  • Krankheitsbegleitung.

Die Ziele dazu sind:

  • Annähernd physiologische Bewegungsabläufe und Ruhehaltungen
  • Schmerzreduktion
  • Funktionserhaltung und -verbesserung der Gelenke
  • Gelenkentlastung
  • Vermeidung oder Minderung von Immobilität, Inaktivität, Kontraktur und Muskelathrophie
  • Aktivitäten des täglichen Lebens verbessern

Gelenkschutz:

Gelenkschutz bedeutet schonender Einsatz des Körpers in Ruhe und während der
Arbeit. Wichtig ist, die physiologische Körperhaltung und die aktuelle
Belastungstoleranz einzuhalten.
Die Symptomenkette (ein Symptom führt zum nächsten) geht von Schmerz über
Schwellung über Kontrakturen bis zu Fehlstellung. Diese soll unter anderem durch
Gelenkschutz durchbrochen werden.
Gelenkschutz sollte jedoch nicht mit Nichtstun verwechselt werden!
Sie müssen Ihre eigene reduzierte Belastbarkeit, sowohl zeitlich als auch
kräftemäßig, kennen und akzeptieren.

Zuviel Ruhe bewirkt:

  • geringe Beweglichkeit
  • wenig Kraft
  • Fehlstellungen
  • Unselbstständigkeit

Zuviel Belastung bewirkt:

  • Schmerzen
  • Ermüdung
  • Überlastung
  • Fehlstellung
  • Vermehrte Entzündungen

Grundregeln des Gelenkschutzes:

Einseitige Belastung vermeiden

  • Langes Arbeiten im Stehen vermeiden, besser im dynamischen Sitzen
  • Kein Abstützen des Kopfes auf die Hände
  • Beim Halten eines Buches besser eine Buchstütze benutzen
  • Aufstützen beim Aufstehen vermeiden. Besser Sitz, Bett und Toilette erhöhen
  • Nicht zulange dieselben Bewegungen ausführen

Verteilung von Belastung und Gewicht

  • Lasten körpernah tragen
  • Nichts tragen was auch gerollt werden könnte
  • Gewicht einer Einkaufstasche besser auf zwei Taschen verteilen oder Rucksack/Wagen nehmen
  • Anheben von Tassen, Pfannen etc. besser mit beiden Händen
  • Beim Gebrauch dünner Gegenstände (Stift, Schlüssel etc.) besser Griffverdickungen benutzen

Achsengerechtes Arbeiten

  • Beim Drehen von Wasserhahn, Schlüssel, Schraubdeckeln besser Hilfsmittel verwenden
  • Brotschneiden mit Maschine oder Fuchsschwanzmesser
  • Abgießen von Töpfen nach dem Kochen ohne Anheben – nur Kippen
  • Wischen des Bodens besser mit Wischmob
  • Auswringen am Wasserhahn, senkrecht vor dem Körper
  • Wie sitze oder stehe ich am Schreibtisch, an der Werkbank, am Bügelbrett, in der Küche?
  • Optimalen Stuhl anschaffen, höhenverstellbare Arbeitsunterlagen
  • Handstellung / Grifftechnik korrigieren

Hilfsmittel als Entlastung

  • Hebelwirkung und größeres Volumen an Griffen vermindert fehlerhafte Belastungen
  • Spitzgriffe vermeiden
  • Kraftentlastung (z.B. Flaschenöffner usw.)

Keine Schlagbewegungen ausführen

Ruhepausen einlegen

  • Keine Arbeiten zu lange tun
  • Arbeiten verteilen / Wochenplan
  • Wechseln zwischen Anspannung und Entspannung

Täglich alle Gelenke zielgerichtet durchbewegen

  • Individuellen Bewegungsprogramm einüben
  • Ärztliche und therapeutische Hilfe beanspruchen

Denken Sie bei allen Tätigkeiten im Alltag an den Gelenkschutz.

Jede Überlastung schädigt das kranke Gelenk noch mehr.

Jede Fehlbelastung ist eine Überbelastung.

E

Epicondylitis

Die Epicondylitis ist durch Schmerzen und Druckempfindlichkeit an dem seitlichen Epicondylus (Knochenvorsprung am Ellenbogen) des Oberarmknochens gekennzeichnet. Sie beschreibt eine Sehnenansatzentzündung der Handgelenkstrecker oder -beuger. Die Epicondylitis kann durch anhaltende, kraftvolle Greif- oder Strecktätigkeiten, sowie durch wiederholte kraftvolle Rotation (Drehung) des Unterarms verursacht werden. 

Mögliche Auslöser sind:

  • Einseitige Beanspruchung z. B. durch dauernde Tastatur- und/oder Mausbenutzung (Repetitive Strain Injury Syndrom, RSI) oder auch Sportklettern,
  • einseitige Haltung im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit,
  • Schlägersportarten wie z.B. Tennis, Badminton, Golf,
  • Schlafhaltung in Seitenlage: Verwendung des stark gebeugten Armes als Kopfstütze.
Epicondylitis humeri radialis

Behandlungsziele sind:

  • Reduzierung der schmerzhaften Entzündung an der seitlichen Epicondyle,
  • Wiederherstellung der schmerzfreien Beweglichkeit des Armes,
  • Wiederaufbau der gesamten Armmuskulatur,
  • Schulung und Beratung um erneute Überlastungen zu vermeiden.

Zu den Behandlungsansätzen gehören an erster Instanz die Haltungskorrektur und -schulung. Es folgen Entspannungs- und Anspannungsübungen, sowie der ganz gezielte Kraftaufbau mit Techniken aus der Handtherapie.

Die Entzündung selbst wird mit den Techniken der manuellen Therapie z.B. nach Cyriax, mit thermischen Anwendungen, mit Ultraschall und/oder Elektrotherapie, mit verschiedenen Dehnungs- und Massagetechniken, sowie mit der Unterstützung von Epicondylitisspangen und/oder Schienen/Bandagen behandelt. Auch Verbände mit Schmerzcremes und -Gelen, Akupunktur und die Gabe von Kortison kann hilfreich sein. Oft unabdingbar für die Heilung ist eine Belastungspause.

K

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom wird durch eine Kompression des N. medianus im Handgelenk verursacht. Der N.medianus verläuft zwischen Handwurzelknochen und dem Ligamentum carpi transversum im sog. Karpaltunnel.

Der Raum wird aus verschiedensten Ursachen zu eng:

  • Durch Überlastung bedingte Schwellung und entzündliche Prozesse (z.B.Sehnenscheidenentzündung, Ganglion),
  • traumatische, posttraumatische oder degenerative Veränderungen am Knochen (z.B. Arthrose),
  • anatomische Besonderheiten,
  • akut oder chronisch entzündliche Prozesse (z.B. rheumatisch oder bakteriell),
  • endokrine und hormonelle Umstellungen,
  • posttraumatische Folgeerscheinungen (z.B. Narbenbildung, Hämatom, Ödem),
  • Systemerkrankungen, vaskulär bedingte Faktoren, Stoffwechselstörungen.
Karpaltunnelsyndrom - CTS

Symptome:

  • Schmerzen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger
  • Armschmerz, vor allem nachts
  • Missempfindungen (Einschlafen, Ameisenlaufen, Kribbeln, Taubheit) im Daumen, Zeige- und Mittelfinger, ausstrahlend in den Arm
  • Muskelschwund im Bereich des Daumenballens
  • Schwäche beim Zupacken, insbesondere im Daumenbereich
  • Minderung des Tastgefühls
  • Morgensteifigkeit
  • Schwellung

Häufig treten die Symptome nachts auf! Das liegt an der Ruhigstellung und am Druck auf den Medianus Nerv durch eine Beugung des Handgelenks oder durch das
Liegen auf dem Arm.

Konservative Therapie:

  • Ruhigstellung
  • Schienenversorgung mit einer Nachtlagerungsschiene (6-8 Wochen, HG 0-20 Grad Extension)
  • Manuelle Therapie
  • Triggerpunktbehandlung
  • Detonisierung durch Dehnungs- und Massagetechniken
  • Thermische Anwendungen (Kühlung)
  • Ultraschall
  • Haltungsschulung, Ergonomie, Gelenkschutz
  • Kraftaufbau
  • Medikamentöse Therapie

Operative Nachbehandlung:

Bei einer notwendigen Operation wird das Band, welches den Karpaltunnel auf der Handvorderseite überspannt, durchtrennt. Dadurch entsteht mehr Platz für die Sehnen und den Nerven.
Die postoperative Erholung des Nervs kann einige Wochen oder Monate, bis hin zu einem Jahr dauern. Sensibilitätsausfälle am Mittelfinger können auch nach der OP länger als Ausfälle in anderen Bereichen bestehen.

1.-14. Tag post-op:
➢ Gegebenenfalls Schienenversorgung
➢ Wunde trocken und sauber halten
➢ Verhindern von Ödemen und Wundheilungsstörungen
➢ Entstauende Maßnahmen
➢ Abbau der Bewegungsangst
➢ Aktive Bewegungsübungen der Fingergelenke ohne Belastung
➢ Erarbeiten/Erhalten der Fingerbeweglichkeit
➢ Entspannungsübungen der Unterarmmuskulatur

Ab 14. Tag post-op:
➢ Fadenzug
➢ Sehnengleitübungen
➢ Nervengleitübungen
➢ Faustschluss sollte möglich sein
➢ Narbenbehandlung
➢ Sensibilitätstraining
➢ Manuelle Therapie
➢ Kraftaufbau
➢ Haltungsschulung, Ergonomie, Gelenkschutz

Sehnengleitübungen Handtherapie
Nervengleitübungen Handtherapie

L

Luxation Daumengrundgelenk

Bei einer Luxation (Verrenkung) springen ruckartig Knochen aus ihrem Gelenk –
meist durch einen Sturz oder eine extreme Krafteinwirkung.
Eine Luxation ist meist sehr schmerzhaft, da durch das Auseinanderdriften der
Knochenenden die Bänder, Gefäße, Nerven und Muskeln beschädigt werden
können. Die Bewegungsfähigkeit ist plötzlich stark eingeschränkt, meist entsteht
auch ein Bluterguss. Die mechanische Einschränkung und die Schmerzen führen bei
den Betroffenen zu einer Schonhaltung.
Werden im Zuge der Verrenkung Nerven verletzt, können auch an ferneren
Körperstellen Missempfindungen, wie beispielswiese ein Kribbeln oder pelziges
Gefühl in den Fingern bei einer Schultergelenksluxation, auftreten.
Der Heilungsverlauf einer Luxation wird maßgeblich durch die Begleitverletzungen
bestimmt. Bleibende Nervenschäden können zu anhaltenden Missempfindungen
führen, die Durchblutung kann dauerhaft beeinträchtigt sein und Knochenschäden
können zu Arthrose führen.
Eine Bewegungs- und Kräftigungsbehandlung unter Anleitung eines erfahrenen
Handtherapeuten sorgt dann dafür, dass sich der Bewegungsspielraum des Gelenks
wieder normalisiert und die Muskeln so gekräftigt werden, dass sie einen Teil der
Haltearbeit mit übernehmen können. 

Quelle: https://www.netdoktor.de/krankheiten/luxation/


Therapie:

  • Durchblutungsfördernde Wechselbäder: Hand abwechselnd in warmes und kühles Wasser tauchen, jeweils 1-2 Minuten, insgesamt ca. 10 Minuten. Im Wasser immer wieder einen Schwamm in der Hand ausdrücken.
  • Linsen- / Bohnenbäder: eine Schüssel mit Linsen/Bohnen o.ä. füllen, mit der Hand eintauchen und Greifbewegungen durchführen.
  • Daumenbereich mit einer Bürste bürsten, von der Spitze aus Richtung Handgelenk.
  • Daumenbereich mit Igelball o.ä. abrollen.
  • Daumen mit leichtem, sich steigerndem Druck von Fingerspitze zu Fingerspitze wandern lassen.
  • Übungen mit Therapieknete durchführen.
  • Kleine Dinge mit Wäscheklammern aufheben, Langfinger durchwechseln.
  • Kleine Dinge mit Pinzette aufheben
  • Gummi über Daumen und Langfinger spannen, Daumen strecken
  • Gelenkschonend arbeiten!

M

Mallet Finger

Beim Mallet Finger ist die aktive Streckung des Fingerendgliedes nicht mehr möglich.
Dies ist durch eine Ruptur der Strecksehne unmittelbar am Endgelenk bedingt. Dies passiert gewöhnlich, wenn das Endglied heruntergedrückt ist und der Patient gleichzeitig den Finger aktiv streckt. Das kann durch ein Bagatelltrauma (Betten, Hosenknopf öffnen) oder durch ein adäquates Trauma (Basketball, Volleyball) geschehen. Die Ruptur kann rein sehnig sein oder mit einem knöchernen Ausriss.
Die Therapie ist praktisch immer konservativ im Sinne einer handtherapeutischen Schienenbehandlung für 8-12 Wochen. Ein leichtes Streckdefizit von ca. 10 Grad kann auch bei optimaler Therapie bestehen bleiben. Die einzigen
Operationsindikationen sind offene Durchtrennungen der Sehne und große knöcherne Fragmente.

Strecksehnenabriss Handtherapie

Die Schiene bringt das Fingergelenk in die vollkommene Streckung. Mindestens 6-8 Wochen wird die Schiene Vollzeit getragen, anschließend kann sie in Perioden getragen werden.
Durch die volle Streckung werden die beiden Enden der gerissenen Sehne zueinander gebracht und können somit wieder aneinanderwachsen.
Allein der Therapeut kann die Schiene abnehmen, z.B. um die darunter liegende Haut zu reinigen.
Wichtig:

  • Tragen Sie die Schiene ununterbrochen!
  • Halten Sie die Schiene trocken um die Haut zu schützen
  • Lassen Sie das Tape erneuern, wenn die Schiene locker wird
  • Vermeiden Sie ein kraftvolles Einsetzen des betroffenen Fingers
  • Bewegen Sie die nicht geschienten Gelenke des Fingers, die anderen Finger, sowie das Handgelenk!
Handtherapie

Nach 6 – 8 Wochen

Sie dürfen nun die Schiene 2-3 x täglich, für 5-15 Minuten abnehmen.
Wenn die Schiene abgenommen ist, dürfen Sie die Hand waschen und leichte
Aktivitäten durchführen. Es ist nicht erlaubt, kraftvolle Übungen mit dem Finger
durchzuführen!
Die Zeit ohne Schiene verlängert sich allmählich in den nächsten 2 Wochen.
Wenn Sie bemerken, dass Sie den betroffenen Finger nicht ganz strecken können,
legen Sie die Schiene sofort wieder an und kontaktieren Sie den Therapeuten!
Es ist notwendig, dass Sie die Schiene noch jede Nacht tragen!!
Vermeiden Sie kraftaufwändige Aktivitäten für 10-12 Wochen!
Bewegen Sie weiterhin die anderen Finger, sowie das Handgelenk!

Morbus Dupuytren

Die Dupuytren-Kontraktur ist eine Erkrankung des Bindegewebes, die zur Entwicklung von Knoten und Strängen an den Beugesehnen der Finger führt und diese immer mehr in die Beugung ziehen.

Stadieneinteilung:

Stadium I: Knoten und Stränge in der Hohlhand
Stadium II: Beugekontraktur* des Grundgelenks
Stadium III: Beugekontraktur des Grund- und Mittelgelenks
Stadium IV: Hochgradige Beugekontraktur des Grund- und Mittelgelenks und Überstreckung oder Beugekontraktur des Endgelenks
*Kontraktur: dauernde Verkürzung und Schrumpfung von Weichteilen (Sehnen, Kapsel, Bänder).

Am häufigsten sind der Ringfinger und der kleine Finger betroffen, meist an beiden Händen. Der Verlauf entwickelt sich schubweise.
Eine wirksame nicht-operative Behandlung gibt es bisher nicht. Bei der Operation werden die Stränge und Knoten zwar entfernt, sie heilt die Krankheit jedoch nicht. Es kann später zu einem Wiederauftreten der Krankheit kommen.

Bei der operativen Versorgung ist eine anschließende Handtherapie zwingend erforderlich, um das Streckausmaß, das bei der OP erreicht wurde, zu erhalten. Die Therapie sollte so schnell wie möglich nach der Operation beginnen. Das zu erwartende Ergebnis nach einer Operation hängt von der Schwere und Dauer der Kontraktur ab. Je länger andauernder und schwerer die Erkrankung vor der OP war, desto schlechter das Ergebnis. Das ist bedingt durch eine Schrumpfung der
Haut, der Beugesehnen, der Ringbänder, der Ligamente, der Gelenkkapseln, sowie durch die Veränderung der Gelenkflächen und des Streckapparats.

Schienenversorgung:

Bei einer Streckschiene soll durch langsames Anbahnen der Schienentragezeit das Ziel, die Schiene nachts schmerzfrei zu tragen, erreicht werden.
Zusätzlich kommt je nach Schweregrad eine tägliche Tragezeit von 3-4x 1 Stunde am Tag.
Die Schiene sollte für mindestens 6 Monate nachts getragen werden, da sich die Narbenreifung über mehr als ein halbes Jahr erstrecken kann.
Bei fehlender Beugung in den Fingergelenken kann auch ein Beugehandschuh angefertigt werden.
Als Folge der Operation können vorübergehend Sensibilitätsstörungen auftreten.
Diese sollten sich in den nächsten Monaten normalisieren.

Post-OP bei Morbus Dupuytren

1. – 14. Tag post-OP:

  • Aufrechterhalten der durch die OP erreichte Streckung der Finger
  • Die Funktionsfähigkeit steht vor der Wundheilung
  • Verhindern von Ödemen und Wundheilungsstörungen
  • Entstauende Maßnahmen
    • Hochlagerung, aktives Hochhalten des Armes (Hand höher als der
      Ellenbogen, Ellenbogen höher als das Herz)
    • Lymphdrainage (Bürsten und Ausstreichen der Hand, beginnend bei den Fingerspitzen)
    • Einsatz der aktiven Muskelpumpe: jede Stunde beide Arme hoch über den Kopf strecken und die Finger so weit wie möglich 10x zur Faust
      schließen und öffnen.
    • Kühlen (aber kein direktes Eis!) Vorsicht: keine Kühlung bei Gefäßnähten, Lappenplastiken oder Durchblutungsstörungen!
  • Erhalten der Beweglichkeit der nichtbetroffenen Finger und des Handgelenkes
  • Erarbeiten/Erhalten der Fingerbeweglichkeit
    • Aktive Bewegung in Beugung und Streckung der gesamten Finger
    • Bewegung der Finger in „Dach“, „Kralle“, „Faust“
    • Aktiver Spitzgriff mit Daumen zu allen Fingern
    • Schulter und Ellenbogen durchbewegen
  • Am 14. Tag nach der OP Fadenzug
Sehnengleitübungen Handtherapie

Ab 3. Woche post-OP:

  • Aufrechterhaltung der bei der OP erreichten Streckung der Finger
  • Verhindern von Narbenkontrakturen (Narbenmassage nach vollständigem Wundschluss)
  • Wiedererlangung der vollständigen Fingerfunktion
  • Volle Funktions- und Handlungsfähigkeit (Einsatz und Kraft) bei Aktivitäten des alltäglichen Lebens und im Beruf
  • Narbenbehandlung:
    • Evtl. Silikonauflage bei verhärteter Narbe, besonders nachts tragen
    • Ultraschall ab 16.Tag post-OP: subaqual (Zusatz von Braunol, Kamilosan o.ä.), Impulsschall mittlere Dosis, 0,5-0,8 W/cm, 5-8 min.
    • Ggf. Paraffinhandbad (nur wenn kein Ödem mehr vorliegt)
    • Narbenextraktor (Narbenvakuumpumpe), kleines Narbenmassagegerät (Vibration)
    • Rapsbad
    • Einsatz von Fingerlingen (Digi Sleeves) / Kompressionshandschuh / Silikonauflagen (Tragezeit bis zu 20 Std/Tag)
  • Gegebenenfalls Desensibilisierung bei auftretenden Missempfindungen, z.B. durch Bürsten, Rapsbad, Wärme, Kälte, Druck, Vibration etc.
  • Bei Bedarf Manuelle Therapie (erst nach Fadenzug)
  • Kraftaufbau
    • Bewegungsübungen mit langsam steigerndem Widerstand, ggf. Griffverdickung
    • Therapieknete, funktionelle Spiele, Qui Gong Kugeln, Widerstandsklammern, Therabänder
  • Übungen:
    • Den Daumen zu den Fingerspitzen führen
    • Beugung der Fingergelenke
    • Faustschluss
    • Streckung der Finger
    • Finger auseinanderspreizen und wieder zusammenziehen

Ab der 6.ten Woche post-OP kann die Hand wieder normal im Alltag, auch mit Kraft eingesetzt werden.


Übungen für 1.-14- Tag post-OP:

Ödemkontrolle Handtherapie

Morbus Sudeck / Sudecksche Dystrophie

Morbus Sudeck beschreibt eine neuromuskuläre Erkrankung und ist eine entzündliche Durchblutungsstörung des Bewegungsapparates (engl. Complex regional pain syndrome, CRPS).
In der Regel kommt es nach einer – durch Verletzung bedingten Ruhigstellung – zu Schmerzen und weiteren Symptomen. Besonders häufig sind ängstliche Patienten betroffen, die sich aufgrund eines körperlichen und psychischen Traumas
(beispielsweise nach einem Motorradunfall) nicht zutrauen, den verletzten Körperteil wieder zu bewegen oder zu benutzen und sich teilweise noch in einer „Schockstarre“ befinden.

Symptome:

  • Verfärbung der Hand (erst rötlich, dann bläulich)
  • Temperatur der Hand (zuerst Überwärmung, dann Unterkühlung)
  • Beweglichkeitseinschränkung der Gelenke
  • Schmerzen (besonders Nachts, bei Wetterwechsel und forcierten Bewegungen)
  • Nagelwuchs (zuerst verstärkt, dann vermindert)
  • Unnatürlich starke Behaarung
  • Vermehrtes Schwitzen, gestörte Sensibilität
  • Muskelatrophie
  • Missempfindungen
  • Überempfindlichkeit auf Berührung
  • Röntgenologisch zeigen sich Kalkverluste im Knochen im Stadium II (Demineralisation)
  • Keine allgemeinen Entzündungssymptome wie Fieber etc.

Ziele und Maßnahmen der Ergotherapie:

  • Verhinderung von Kontrakturen
  • Rückbildung der Ödeme / Förderung der Zirkulation
  • Aktivierung und Stärkung der Muskulatur
  • Sensibilitätstraining
  • Faustschlussübungen
  • Psychisches Training gegen die Angst
  • Körperwahrnehmungsübungen

S

Sehnenscheidenentzündung de Quervain

Sehnenscheidenent-zündung de Quervain

Sehnenscheidenentzündung de Quervain

Das Quervain-Syndrom ist eine Sehnenscheidenentzündung der kurzen Extensorensehne (M.extensor pollicis brevis) und der langen Abduktorensehne ( M. abduktor pollicis longus) des Daumens.

Symptome sind Schmerzen, Schwellung im Handgelenk und im Daumen und Einschränkung der Daumenbeweglichkeit. Gewöhnlich wird die Entzündung verursacht durch kräftige, anhaltende oder wiederholte Daumenbewegungen.  

Sehnenscheidenentzündung

Ruhigstellung:

Das anfängliche Ziel ist es, die Schmerzen und Entzündung im Bereich der Sehnen zu verringern. Ruhigstellung, Kühlen und Haltungsschulung sind dabei die wichtigsten Faktoren.

Es wird eine Schiene zur Unterstützung von Daumen und Handgelenk angefertigt oder verschieben. In der Regel wird dazu geraten, die Schiene einige Wochen lang zu tragen. Die Schiene hilft dabei, die Schmerzen zu lindern und die entzündeten Stellen zu beruhigen. Trage die Schiene bitte ununterbrochen und entferne sie nur für kurze Zeit, um trainieren zu können. Hebe deinen Arm oberhalb deines Herzens, wann immer du kannst.

Schmerzlinderung:

Versuche folgendes zur Schmerzlinderung:

  • Kühlpackung 10-15min mehrmals am Tag
  • Wechselbad: Fülle 2 Schüsseln, eine mit kühlem und eine mit warmem Wasser. Tauche deine Hand für 1-2min. in das warme Wasser, dann für ½- 1min. in das kühle Wasser. Wiederhole das etwa 10min. Beende das Wechselbad mit dem warmen Wasser.

Haltungsschulung:

  • Vermeide einseitige Bewegungen.
  • Vermeide es, Gegenstände so zu tragen, dass sich das Handgelenk zur Seite neigt, z.B. beim Topf anheben oder Schraubgläser öffnen.
  • Verteile Lasten auf beide Hände, benutze immer beide Hände.
  • Manche Dinge können auf einer flachen Hand einfacher getragen werden, z.B. ein Teller.
  • Benutze verdickte Griffe an alltäglichen Gegenständen wie Stifte, Schlüssel, Messer und Zahnbürste.
  • Benutze Hilfsmittel: Glasöffner, selbst-öffnende Schere, Trolleys zum Tragen von Einkäufen.

Übungen:

Handgelenksübungen verhindern eine Beweglichkeitseinschränkung durch das
Tragen der Schiene. Die Übungen sollten niemals schmerzhaft sein!

Mobilisation Handtherapie

Beuge das Handgelenk und die Finger, der Daumen ist entspannt

Stecke das Handgelenk und die Finger zurück, der Daumen ist entspannt

Wenn die Schmerzen langsam weniger werden, können die Übungen gesteigert werden. Allmählich kann die Schiene nur tagsüber, dann nur noch bei Arbeiten mit der Hand getragen werden.
In der Therapie werden angemessene Übungen durchgeführt.
Achte weiterhin auf die Haltungsschulung und vermeide einseitige, kraftvolle, sich wiederholende Bewegungen.
Kräftige langsam die Muskulatur durch sanfte Übungen wie z.B. das Drehen einer Kugel zwischen Daumen und Fingern oder durch das Bewegen der Finger und Daumen auf einem Stift von einem zum anderen Ende.

Skidaumen

Beim Sturz auf den abgespreizten Daumen kann das ulnare Kollateralband (Innenband Daumengrundgelenk) reißen. Das passiert häufig beim Skifahren, aber auch bei Ball- und Kampfsportarten, wenn der Daumen vom Zeigefinger weg stark
überdehnt wird.
Das deutlichste Erkennungszeichen eines Skidaumens ist die Instabilität im Grundgelenk, meistens gehen starke Schmerzen und Schwellung einher. Ein Zugreifen mit dem Daumen ist nicht mehr möglich.

Man kann folgende Verletzungsgrade beim Skidaumen unterscheiden:

  • Zerrung: Das Seitenband ist überdehnt.
  • Bandriss: Das Band ist in sich teilweise oder vollständig gerissen.
  • Bandabriss: Das Band ist an seiner Ansatzstelle vom Knochen abgerissen.
  • Knöcherner Ausriss: Das Band ist samt seiner Ansatzstelle aus dem Knochen gerissen.

Bei einer Zerrung oder wenn die Bandenden eng beieinander liegen, ist meist keine OP notwendig. Der Daumen wird mit Hilfe einer Schiene oder Bandage für drei bis sechs Wochen ruhiggestellt. Im Anschluss ist eine Handtherapie sinnvoll, um die Bewegungsanbahnung zu beüben und den Daumen zu stabilisieren. Bei starker Schwellung und Schmerzen können entzündungshemmende Schmerzmittel unterstützend helfen.

Operative Maßnahmen sind bei schwereren Verletzungsgraden notwendig. Der Kapsel-Band-Apparat wird genäht, knöcherne Strukturen werden verankert.

Ziele der handtherapeutischen Nachbehandlung sind:

  • Ödemreduktion,
  • Schmerzlinderung,
  • Narbenbehandlung,
  • Bewegungsherstellung
  • Kraftaufbau.